Digitalisierung

Von Excel zu digitalen Workflows: Der Migrations-Guide

Jonas Höttler15. Dezember 20254 min

Excel ist großartig - bis es das nicht mehr ist. Wenn Ihre Tabellen langsam werden, mehrere Leute gleichzeitig daran arbeiten wollen oder Sie zum dritten Mal Daten verloren haben, ist es Zeit für den nächsten Schritt.

10 Zeichen, dass Sie Excel entwachsen sind

Erkennen Sie sich wieder?

  1. Mehrere Nutzer, eine Datei - "Wer hat die Datei gerade offen?"
  2. Versionschaos - "Projektplan_v3_final_FINAL_neu.xlsx"
  3. Manuelle Benachrichtigungen - "Kannst du mir Bescheid sagen, wenn du fertig bist?"
  4. Copy-Paste Marathons - Daten von Sheet zu Sheet kopieren
  5. Formel-Salat - Niemand versteht mehr die Formeln
  6. Langsame Performance - Die Datei braucht Minuten zum Öffnen
  7. Keine Nachverfolgung - "Wer hat das geändert?"
  8. Mobile Probleme - Auf dem Handy unbenutzbar
  9. Keine Automatisierung - Alles muss manuell gemacht werden
  10. Datenverlust-Angst - Backup-Kopien auf 3 verschiedenen Laufwerken

Wenn mehr als 3 Punkte zutreffen: Weiterlesen lohnt sich.

Was Excel gut kann - und was nicht

Excel ist super für:

  • Schnelle Berechnungen
  • Ad-hoc Analysen
  • Persönliche Listen
  • Finanzmodelle
  • Pivot-Tabellen

Excel ist schlecht für:

  • Team-Zusammenarbeit in Echtzeit
  • Prozesse mit mehreren Schritten
  • Aufgaben mit Fristen und Verantwortlichen
  • Automatisierte Workflows
  • Datenintegrität über Zeit

Die besten Excel-Alternativen für Workflows

Für Team-Aufgaben und Projekte:

Monday.com

  • Am Excel-ähnlichsten in der Bedienung
  • Drag & Drop, bunte Oberfläche
  • Gut für: Marketing, HR, Projektmanagement
  • Preis: Ab 9€/User/Monat

Asana

  • Fokus auf Aufgaben und Projekte
  • Verschiedene Ansichten (Liste, Board, Timeline)
  • Gut für: Agenturen, Software-Teams
  • Preis: Kostenlos bis 15 User

Für strukturierte Daten (Excel-Ersatz):

Airtable

  • Wie Excel, aber mit Superkräften
  • Verknüpfte Tabellen, Ansichten, Automationen
  • Gut für: CRM, Content-Planung, Inventar
  • Preis: Kostenlos bis 1.200 Einträge

Notion

  • Datenbank + Dokumente + Wiki
  • Extrem flexibel
  • Gut für: Wissensmanagement, Startups
  • Preis: Kostenlos für Einzelnutzer

Für komplexe Workflows:

ClickUp

  • Alles in einem Tool
  • Steilere Lernkurve, aber mächtig
  • Gut für: Power-User
  • Preis: Kostenlos verfügbar

Schritt-für-Schritt Migration

Phase 1: Vorbereitung (1-2 Tage)

Schritt 1: Bestandsaufnahme

  • Welche Excel-Dateien gibt es?
  • Wer nutzt sie wie oft?
  • Welche sind kritisch für das Tagesgeschäft?

Schritt 2: Anforderungen definieren

  • Was muss das neue Tool können?
  • Wer muss Zugang haben?
  • Welche Integrationen brauchen Sie?

Schritt 3: Tool auswählen

  • 2-3 Tools kostenlos testen
  • Team-Feedback einholen
  • Entscheidung treffen

Phase 2: Pilot (1-2 Wochen)

Schritt 4: Eine Excel-Datei migrieren

  • Wählen Sie eine nicht-kritische Datei
  • Daten importieren (die meisten Tools haben Excel-Import)
  • Struktur anpassen
  • Automationen einrichten

Schritt 5: Team testen lassen

  • Kleine Gruppe zuerst
  • Feedback sammeln
  • Probleme beheben

Phase 3: Rollout (2-4 Wochen)

Schritt 6: Weitere Dateien migrieren

  • Nach Priorität abarbeiten
  • Kritische Dateien zuletzt

Schritt 7: Schulung

  • Kurze Einführung für alle
  • Dokumentation erstellen
  • Ansprechpartner benennen

Schritt 8: Parallelbetrieb beenden

  • Deadline setzen
  • Alte Dateien archivieren
  • Nur noch neues System nutzen

Häufige Fehler bei der Migration

Fehler 1: Alles auf einmal migrieren

Besser: Klein anfangen, Erfahrung sammeln, dann ausweiten.

Fehler 2: Excel 1:1 nachbauen

Besser: Workflows neu denken. Das neue Tool kann mehr.

Fehler 3: Kein Buy-in vom Team

Besser: Team früh einbinden. Vorteile zeigen, nicht befehlen.

Fehler 4: Zu viele Features auf einmal

Besser: Basis-Funktionen zuerst. Erweiterte Features später.

Fehler 5: Keine klaren Regeln

Besser: Definieren, wie das Tool genutzt wird. Konventionen festlegen.

Checkliste für die Migration

Vor dem Start:

  • Alle relevanten Excel-Dateien identifiziert
  • Anforderungen dokumentiert
  • Tool ausgewählt und getestet
  • Pilot-Datei definiert
  • Timeline festgelegt

Während der Migration:

  • Daten vollständig importiert
  • Struktur überprüft
  • Automationen eingerichtet
  • Test-Phase mit kleiner Gruppe
  • Feedback eingearbeitet

Nach der Migration:

  • Alle Nutzer geschult
  • Dokumentation erstellt
  • Alte Dateien archiviert
  • Erfolgsmessung nach 4 Wochen

ROI-Berechnung: Lohnt sich der Wechsel?

Beispielrechnung für ein 10-Personen-Team:

Kosten des neuen Tools:

  • 10 User × 15€/Monat = 150€/Monat

Zeitersparnis:

  • 30 Min/Tag/Person weniger Suchen, Warten, Copy-Paste
  • 10 Personen × 0,5h × 22 Tage = 110 Stunden/Monat
  • Bei 50€ Stundensatz = 5.500€/Monat Ersparnis

ROI: 3.567%

Selbst wenn Sie nur 10% dieser Ersparnis realisieren, haben Sie das Tool 4x refinanziert.

Fazit

Der Wechsel von Excel zu einem Workflow-Tool ist keine Frage des "Ob", sondern des "Wann". Je länger Sie warten, desto größer wird der Aufwand für die Migration.

Starten Sie mit einer einzigen, nicht-kritischen Datei. Sammeln Sie Erfahrung. Dann skalieren Sie.

Brauchen Sie Unterstützung bei der Migration? Wir helfen Unternehmen dabei, von Excel zu professionellen Workflows zu wechseln - strukturiert und ohne Produktivitätsverlust.

Klingt gut - aber funktioniert das bei uns?

Wahrscheinlich. Aber wir versprechen nichts bevor wir's gesehen haben. 30 Minuten Call, Sie erzählen was nervt, wir sagen ehrlich ob wir helfen können.

Erstgespräch buchen