Alle Analysen
AN-2026-02Musteranalyse · synthetische Daten

Die Rechnung, die im Auto der Bauleitung liegt

Ein Bauunternehmen verliert Skonto — nicht weil das Geld fehlt, sondern weil die Freigabe auf Papier durch die Republik fährt.

Kurz gesagt

Der Engpass ist die Freigabe auf Papier — obwohl die Bauleitung nur zu 31 % ausgelastet ist. Es fehlt keine Kapazität, es fehlt ein digitaler Weg.

Wie lange es dauert

9,4Arbeitstage

In 8 von 10 Fällen zwischen 3,2 und 21,5 Tagen.

Woran es liegt

Freigabe Bauleitung

In 71 von 100 simulierten Durchläufen war dieser Schritt der Bremsklotz.

Was es kostet

29.000 €

Pro Jahr. Geschätzt zwischen 21.000 € und 38.000 €.

Was der Eingriff brächte

21.000 €

Pro Jahr. Geschätzt zwischen 14.000 € und 27.000 €.

01Ausgangslage

Rechnungsfreigabe

Branche
Bauunternehmen
Größe
80 Mitarbeitende
Fälle pro Jahr
4.200
Vollkostensatz
68 € / h
Simulierte Durchläufe
500
Stand
April 2026

Die Buchhaltung zahlt regelmäßig ohne Skonto. Der Vorwurf im Haus lautet, die Buchhaltung sei zu langsam. Die Buchhaltung sagt, sie bekomme die Rechnungen zu spät zurück.

4.200 Eingangsrechnungen im Jahr, fünf Schritte, drei Rollen. Gerechnet mit 68 € Vollkostensatz. Modelliert und über 500 Läufe simuliert.

02Das Modell

Der Ablauf, so wie er wirklich läuft

Der Prozess, wie er in FlowVisual modelliert wurde. ↯ markiert einen Medienbruch — die Stelle, an der Daten von Hand aus einem System ins nächste wandern.

Alle Werte des Modells als Tabelle.
SchrittRolleSystemDauer P10–P90Engpass
01RechnungseingangBuchhaltungE-Mail / Papier38 min3 %
02Sachliche PrüfungBuchhaltungERP515 min8 %
03Freigabe BauleitungEngpassBauleitungPapier / Post520 min71 %
04KontierungBuchhaltungERP410 min9 %
05ZahlungBuchhaltungBanking25 min9 %
03Die Messung

500 Läufe, eine eindeutige Antwort

Jede Grafik zeigt Vorher gegen Nachher. Die Werte stehen an den Balken — die Farbe ist ein zweites Signal, nie das einzige.

Abb. 1Wahrscheinlichkeit je Schritt, in einem Lauf der Engpass zu sein. Vorher gegen Nachher.
Abb. 2Durchlaufzeit als Spanne P10–P90. Der helle Strich markiert den Median (P50).
Abb. 3Auslastung je Rolle. Alles rechts der roten Linie ist strukturelle Überlast.
Durchsatz

88

Rechnungen/Woche

Tage über Kapazität

22 %

Spanne P10–P90

3,2–21,5Arbeitstage

04Der Befund

Freigabe Bauleitung — 71 %

Die Buchhaltung ist nicht das Problem. In 71 % der Läufe ist die Freigabe durch die Bauleitung der Engpass — der einzige Schritt, der auf Papier läuft und physisch transportiert werden muss.

Die reine Arbeitszeit dieses Schritts beträgt 5 bis 20 Minuten. Die Liegezeit beträgt Tage. Ein Schritt mit fast keiner Arbeit blockiert den gesamten Durchlauf.

Die Auslastung der Bauleitung liegt bei 31 %. Das ist der wichtigste Satz dieser Analyse: Der Engpass ist nicht überlastet. Es ist kein Kapazitätsproblem, es ist ein Transportproblem. Mehr Personal hätte hier nichts geändert.

05Der Eingriff

Die Freigabe zieht ins ERP. Auf das Handy.

Die Freigabe würde mobil im ERP erteilt statt auf Papier im Büro. Der Rechnungseingang würde auf E-Rechnung umgestellt, damit der Medienbruch am Anfang entfällt.

Das wäre keine Digitalisierungsstrategie, sondern ein einzelner Hebel — ausgewählt, weil die Messung ihn benennt.

06Die Nachmessung

Durchlaufzeit im Median minus 67 %

Wie lange es dauert
9,43,1 Arbeitstage
Durchsatz
8892
Tage über Kapazität
22 % → 8 %
Ersparnis pro Jahr
21.000 €

Die Durchlaufzeit im Median fällt von 9,4 auf 3,1 Tage. Damit liegt das Unternehmen wieder innerhalb der üblichen Skontofrist von 14 Tagen, auch im P90-Fall (7,2 Tage).

Die Bauleitung bleibt der wahrscheinlichste Engpass (42 %) — sie ist es jetzt aber auf einem Niveau, das den Zahllauf nicht mehr sprengt. Die Buchhaltung fällt von 92 % auf 74 % Auslastung, ohne dass jemand eingestellt wurde.

Die Ersparnis entsteht zu zwei Dritteln aus zurückgewonnenem Skonto und zu einem Drittel aus entfallener Nacharbeit.

07Grenzen dieser Analyse

Was diese Analyse nicht kann

Jede Messung hat Grenzen. Eine Messung, die sie verschweigt, ist Werbung.

  1. 01

    Diese Analyse ist eine Musteranalyse. Die Zahlen sind konstruiert, nicht bei einem Kunden gemessen.

  2. 02

    Die Skonto-Ersparnis unterstellt, dass Lieferanten 2 % bei 14 Tagen gewähren und dass die Rechnungen vollständig freigegeben werden. Bestrittene Rechnungen sind nicht modelliert.

  3. 03

    Liegezeiten wurden als Verteilung geschätzt, nicht aus Systemlogs gezogen. Bei echten Daten wären sie vermutlich unregelmäßiger.

  4. 04

    Der Umstieg auf E-Rechnung verursacht einmalige Kosten, die in dieser Rechnung nicht enthalten sind.

Ihr Prozess wird anders aussehen.

Diese Analyse ist ein Muster. Ihre Zahlen sind es nicht. Mit FlowVisual modellieren Sie Ihren eigenen Prozess und bekommen dieselbe Auswertung — auf Ihrem Rechner, mit Ihren Werten.